LESEGUT
Die aberwitzigen Abenteuer eines Weinliebhabers
"Wer kann mir schon Baroli bieten?" von Edgar Wilkening


Wer gern ein Glas Wein trinkt, kann unglaubliche Abenteuer erleben. Nicht nur, weil jeder neue Wein eine Reise in unbekanntes, aufregendes Terrain ist.

Sondern vor allem wegen der Menschen, denen man dabei begegnet: Winzer, Weinfreunde – und natürlich jene selbst ernannten Experten, denen niemand auf der Welt Baroli bieten kann.

Weil sie immer schon einen noch dichteren Wein kennen, einen noch geheimeren Winzer oder einen noch fixeren Korkenzieher.

Das ist der Stoff, aus dem aberwitzige Kurzgeschichten entstehen. Oder um im Bilde zu bleiben: Das ist das Lesegut – im wahrsten Sinne des Wortes –, aus dem süffige Erzählungen gekeltert werden.

Wie geht man zum Beispiel damit um, wenn die Date-Dame zum Dinner daheim einen Wein mitbringt, den man als Weinfreund nicht mal zum Tellerabspülen benutzen würde? (So viel sei verraten: Die Erzählung, die darauf Antwort gibt, erscheint nach dem Absenden eines Kommentars. Lohnt sich!)

Was muss man tun, um als Normalsterblicher zu einer Vertikalprobe Mouton-Rothschild eingeladen zu werden? Kann man das Rendezvous eines Rivalen wirklich vereiteln, indem man rechtzeitig indiskrete Weindetails ausplaudert? Und wie genießt man den Triumph, wenn der Porsche-Cayenne-Fahrer auf dicke Hose macht, aber nicht mal einen Korkfehler erkennt?

Warum sind Champagner und Spätburgunder manchmal die besten Mittel bei der musikalischen Früherziehung von Kindern und Jugendlichen? Und wie reagiert der Winzersohn, dem die beiden weltgewandten Großstädter endlich mal die traumhafte Idylle seines Berufes erklären?

Fragen über Fragen. Die allesamt in satirischen Erzählungen beantwortet werden. Wobei sich der Ich-Erzähler, mal triumphierend, mal tragisch scheiternd, nur auf Eines wirklich verlassen kann: die Schlusspointe, die so sicher ist wie das Einsetzen der Gärung nach dem Mosten. Exzellentes Material für eine herrlich unterhaltsame Cuvée. Na dann: Flasche auf und zum Wohl!

Viel Vergnügen wünscht Ihnen –

EXTRAKLASSE
Wer schreibt witzig über Wein?
Kaum ein Thema, über das mehr geschrieben und publiziert wird, als über Wein. Es gibt Lexika, Enzyklopädien, Ratgeber. Zeitschriften, Blogs, Newsgroups. Es gibt die kleinen Johnsons, die großen Parkers und die ganzen anderen. Es gibt Regale voller Weinkrimis. Aber wer erzählt amüsante, satirische Geschichten rund um unser Lieblingsgetränk?

Okay, es gibt "Henns lustige Weinschule" von Carsten Henn, einem umtriebigen Autor und Journalist, den ich sehr schätze, insbesondere für seine ungewöhnlichen Aktivitäten in der Deutschen Wein-Entdeckungs-Gesellschaft. Und ja, in der Tat: "Henns lustige Weinschule" ist kurzweilig und amüsant. Aber eben in der Art eines Ratgebers.

"Wer kann mir schon Baroli bieten?" ist da anders: süffige Kurzgeschichten, auf Pointe gearbeitet, doppelbödig erzählt, mit überraschenden Wendungen. Unterhaltsam, witzig, originell. Das ist der Anspruch.

Wie bei der Arbeit guter Winzer: immer mit dem Ziel, das Beste aus dem herauszuholen, was man als Ausgangsmaterial hat. Ob's gelingt? Entscheiden nur die Leserinnen und Leser. Deshalb jetzt: viel Vergnügen!

Nachtrag ... und im Herbst 2010 frisch erschienen: "Weingut – alles gut" von Bernd Fritz. Geschichten aus dem Winzerdorf. Nett. Wenn auch mehr "Geschichte" als "Geschichten".

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